Wilkommen bei der Kaiservilla

Die Beziehungen der Habsburgerdynastie zu Ischl (seit 1906 Bad Ischl) reichen über 700 Jahre zurück, sie wurden im Lauf der Zeit zu einer Herzenssache. Franz Joseph schrieb als 15 jähriger Kronprinz seiner Mutter : „Oh, wie sehne ich mich nach dem lieben, lieben Ischl.” Das war 1845, und bis ans Ende seines langen Lebens änderte sich nichts an dieser Zuneigung. Dafür ist ihm Ischl auch bis heute treu geblieben. Was von Wien noch „Kaiserstadt” ist, mag musealen Wert haben, aber Ischl feiert nach wie vor „Kaisers Geburtstag” am 18. August mit allem Zeremoniell und großer Freude und weiß seine Kaiservilla immer noch vom Familienleben der Habsburger erfüllt.

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Natürlich ist diese Kaiservilla im Vergleich zur grandiosen Pracht der Wiener Residenzen (Hofburg, Schönbrunn) eine Miniaturausgabe. Doch das liegt in der Natur der Sache: sie sollte ja nichts als eine Zuflucht sein, wo die kaiserliche Familie unbehindert vom starren Protokoll der Hauptstadt unter sich sein konnte. Man muß beachten, daß ihr Reiz daher nicht in spektakulären Interieurs oder einem Unterhaltungsprogramm für Touristen liegt, sondern in ihrer Beziehung zur Geschichte. Hier lebt das unveränderte Ambiente einer vergangenen Epoche, als noch die kaiserliche Hofhaltung für jene bedeutende österreichische Kultur und Geistigkeit, die um 1900 ihre volle Blüte erreichte, den Rahmen bildete.

Haus und Park sind untrennbar mit der Erinnerung an Kaiserin Elisabeth verbunden, mit Sisi, wie sie in der Familie genannt wurde. Sie war eine der größten Schönheiten des 19. Jahrhunderts und gilt heute noch als faszinierende Persönlichkeit. Hier war es, wo ihr untröstlicher Gatte Ruhe suchte, nachdem sie 1898 einem Attentat zum Opfer gefallen war. Hier traf er mit Staatsmännern zu diplomatischen Verhandlungen auf höchster Ebene zusammen, hier unterzeichnete er 1914 die Kriegserklärung an Serbien, aus welcher sich der Erste Weltkrieg entwickelte.

Kaiser Franz Joseph I gestattete die Besichtigung der Kaiservilla einschließlich seiner privaten Appartements, wenn er nicht in Residenz war. Seine Nachkommen haben diese Tradition insofern beibehalten, als Haus und Park nun während der Sommermonate zugänglich sind. Sie bieten dem Besucher das gleiche Bild wie einst dem Kaiser und seiner Familie.